Dieser kleine Essay will das 20-jährige Bestehen der Buchreihe ›C.H.Beck-Wissen in der Beck’schen Reihe‹ würdigen und persönlich resümieren. Zweimal im Jahr erscheint ein Stoß neuer Bände, die Hälfte davon im Bereich Geschichte, und jedesmal freue ich mich sehr auf diese beiden Tage, denn noch nie ist es bislang vorgekommen, dass kein Buch von Interesse dabei gewesen ist.

Die Reihe ›Beck-Wissen‹ begleitet mich schon eine Weile und mein persönlicher Bestand ist mittlerweile auf 77 Bände angewachsen (hauptsächlich zu den Bereichen Geschichte), womit ich aber nicht einmal ein Fünftel aller Bände besitze. Trotzdem glaube ich, dass ich nach etwa sechs Jahren ein persönliches Fazit ziehen kann.

1995 erschienen die ersten zwölf Bände zu je DM 14,80. Das Konzept bewährte sich: Zweimal im Jahr erscheint ein Dutzend Büchlein in einheitlicher Gestaltung und nahezu gleichem Umfang (es scheint sich ein Umfang von 128 Seiten eingebürgert zu haben, gelegentlich gibt es Abweichungen mit 144 Seiten) mit dem Ziel der »Epitomisierung des Wissens«1, stets geschrieben von Wissenschaftlern und Spezialisten zum jeweiligen Thema, mit Anspruch der Allgemeinverständlichkeit und ›Einführungscharakter‹. Auch hier sind Altertumskunde und Geschichte besonders stark vertreten; indes haben sich andere Bereiche mittlerweile etabliert: Kunst (auch als Kassette mit allen 12 Bänden erschienen), Musik, Medizin & Psychologie, Sprache & Philosophie.

Mein erster Band war, glaube ich, Reckers ›Geschichte der BRD‹ in der Sonderausgabe von 2009.2 Zum Glück bekam ich damals dieses Buch geschenkt, denn Format, Umfang, Aufmachung und Ansatz sprachen mich sehr an und ich informierte mich über die Reihe und bald folgten weitere Titel. Zu Kafka, zum Völkerrecht, zum Buddhismus (ich wollte mich damit auf eine Veranstaltung des Dalai Lama in Frankfurt am Main vorbereiten – verstanden, wovon er sprach, habe ich leider trotzdem nichts). Die erste Überwältigung – ich muss es so nennen – ereilte mich mit Stollberg-Rilingers Buch über das Alte Reich.3 Zu dieser Zeit besuchte ich eine rechtsgeschichtliche Vorlesung und ich hatte nur sehr vage Vorstellungen von diesem ›Alten Reich‹. Die Furcht vor Blamage in dieser Vorlesung brachte mich dazu, mir einen fundierten Überblick zu diesem seltsamen Reich via ›Beck-Wissen‹ zu verschaffen und seither verfahre ich beinahe immer so, wenn es einen Titel zur jeweiligen Thematik denn gibt. Mit der Lektüre ergab sich ein bis heute anhaltendes starkes Interesse für diesen Bereich der ›deutschen‹ Geschichte. Stollberg-Rilinger gelang es, auf knapp 120 Seiten nicht nur die komplexe Ereignisgeschichte dieses Verbandes darzustellen (mitsamt den Krisen Reformation, Dreißigjähriger Krieg, Staatswerdung Österreichs und Brandenburg-Preußens und schließlich Napoleon), zugleich wird Struktur und Funktionieren dieses Verbandes deutlich gemacht, eine kleine Historiographiegeschichte mitgeliefert, sinnvolle Karten gezeigt und systematisch auf weitere Literatur verwiesen. Besser geht es kaum. Ab diesem Zeitpunkt war ich vollends überzeugt, zumal die Reihe auch immer wieder in Literaturhinweisen an der Universität auftaucht.

Hier schließt sich eine kontroverse Frage an: Hat die Reihe wissenschaftlichen Anspruch, handelt es sich um wissenschaftliche Literatur und darf man sie in Arbeiten verwenden, die selbst wissenschaftlichen Anspruch haben (also Hausarbeiten, Abschlussarbeiten, Doktor- und Habilitationsarbeiten)?

Für die Wissenschaftlichkeit sprechen die jeweiligen Verfasser. Es handelt sich stets um anerkannte oder etablierte, wenn nicht sogar arrivierte Wissenschaftler, meist Hochschuldozenten. Diesen Frauen und Männern wird es in der Regel schwerfallen, nicht nach wissenschaftlichen Grundsätzen zu schreiben.

Andere argumentieren formal: Die Bücher kämen ohne Anmerkungen, sprich: wissenschaftlichen Apparat daher und wiesen nicht nach, was eigene und was fremde Gedanken sind. So einfach einleuchtend dieses Argument zu sein scheint: Erstens gibt es vereinzelt Werke mit Anmerkungen, sodass dieses Argument jedenfalls nicht grundsätzlich gelten kann.4 Zweitens gibt es Bände, die zwar nicht mit klassischen Anmerkungen arbeiten, aber erkennen lassen, worauf sich die Arbeit stützt, entweder über eine kommentierte Bibliographie5 oder über ›Quasi-Anmerkungen‹.6

Leider lässt sich die Frage nicht beantworten, ob die Reihe wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, manche Bände definitiv ja, manche bei formaler Argumentation nein. Pauschal lässt sich das sicher nicht beurteilen, sondern bedarf der Entscheidung im Einzelfall.

Ich will hier vier weitere Bände anführen, deren Lektüren mir besonders wertvoll erschienen: 1) ›Der Erste Weltkrieg‹:7 Das im Gedenkjahr 2014 in fünfter Auflage erschienene und die geführten Diskussionen aufgreifende (Stichwort ›Schlafwandler‹) Werk bietet einen optimalen Einstieg in das Thema insofern, weil es im ersten Kapitel historiographiegeschichtliche Bedeutung des Weltkriegs großschreibt, im zweiten Kapitel die Ursachen beleuchtet, im dritten Teil die ›politische‹ Geschichte »von oben« betrachtet, im vierten Teil hingegen den Weltkrieg »von unten« sozialgeschichtlich analysiert, bevor im letzten Kapitel die aus dem Krieg hervorgegangenen Revolutionen Russlands und Europas betrachtet werden. Bei der gebotenen Kürze und Vereinfachungen leistet Berghahns (Columbia University, New York) Büchlein doch Erstaunliches: Es bietet einen Einblick in die Weltkriegsthematik aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln und vermag Politik- und Sozialgeschichte zu einer rundum gelungenen Synthese zu vereinen.

2) ›Metternich‹:8 Wolfram Siemanns (München) Biographie aus dem Jahr 2010 diente dem besseren Verständnis eines Seminars zu Verfassungskämpfen im frühen 19. Jahrhundert. Neben vielen interessanten Details zu Metternich (etwa dass er täglich sieben Stunden gelesen habe) löst sich das Büchlein oftmals von der Biographie und stellt Strukturen dar bzw. es wird zur ›Biographie der Zeit‹ zwischen Restauration und Moderne (etwa zum Wiener Kongress und der Juli-Revolution). Insofern gelingt es dem Buch hervorragend, dem zumal in Deutschland arg bedrängten Genre ›Biographie‹ Schützenhilfe zu leisten – indem es eben nicht allein den ›großen Mann der Geschichte‹ Metternich darstellt, sondern auch – parallel und damit geschickt verwoben – die Epoche des Biografierten.

3) ›Lehnswesen‹:9 Der Mediävist Steffen Patzold aus Tübingen hat eine hervorragende Einführung in das schwierige Thema geschrieben, weil er nachweist, dass es ›das Lehnswesen‹ nicht gegeben hat, sondern es gab eine Vielzahl von verschiedenen Konstruktionen, die im 19. Jahrhundert unter den Begriff ›Lehnswesen‹ zwangs-subsumiert wurden. Patzold stellt zum einen differenziert das historische Phänomen dar, zu anderen liefert er eine Forschungsgeschichte, die deutlich machen soll, wie es zu den immer noch in Schulbüchern propagierten, zu stark vereinfachten Vorstellungen eines ›Lehnswesens‹ kam. Schließlich gelingt es Patzold, diese beiden Geschichten auf ansprechende Weise zu verknüpfen.

4) ›Kapitalismus‹:10 Der Sozialhistoriker Jürgen Kocka (Berlin) nahm sich der Geschichte des Kapitalismus an. Und dies tat er auf eine Weise, die allen Kritikern der Reihe vor Augen führt, dass in ihr sehr wohl Werke entstehen können, die alle Kriterien der Wissenschaftlichkeit erfüllen: Im Einführungskapitel nähert sich Kocka der Thematik über eine Theorie- und Begriffsgeschichte, um dann eine eigene Arbeitsdefinition von ›Kapitalismus‹ vorzustellen. Die eigentliche Darstellung erfolgt dann chronologisch, von den Anfängen des Kaufmannskapitalismus der Jahre 500-1500, über die Expansionsphase 1500-1800, bis zum Kapitalismus in ›seiner‹ Epoche 1800-2000. Innerhalb der drei Kapitel behandelt er nicht nur den Westen, gerade in der Frühzeit des Kapitalismus haben die Weltregionen, die wir heute als ›Westen‹ bezeichnen, nicht gerade die Erste Geige im Kapitalismus-Orchester gespielt. Auch streift Kocka ganz unterschiedliche Themen: Vom Fernhandel über die Umgehung von Zinsverboten über die Plantagenwirtschaft über die Expansion des Kapitalismus via Kolonialismus hin zu Industrialisierung und ›Manager-Kapitalismus‹ der neuesten Zeit. Am Ende zieht Kocka ein überraschend positives Fazit, ohne gleichzeitig Kritik an manchen Erscheinungen des Kapitalismus zu scheuen; zudem stellt er eigene Thesen in den Raum und weist über die Anmerkungen und das Literaturverzeichnis stets nach, worauf sich die Arbeit stützt.

Gerade die letzten beiden Beispiele widerlegen die Meinung, dass die Reihe inzwischen »an Güte verloren habe« (so die Meinung eines Heidelberger Dozenten). Nach wie vor erscheinen hervorragende Arbeiten bei ›Beck-Wissen‹ und die Hoffnung ist nicht unbegründet, dass es so bleiben wird.

Daran schließt die Frage an, wohin die Reise gehen wird. Was werden die nächsten 500 Ausgaben bringen? Es wird sicher bei einem Schwerpunkt im Bereich Geschichte bleiben. Dagegen spricht auch nicht die jüngste Übernahme der Verlagsleitung durch Jonathan Beck, da zu erwarten sein wird, dass er das Unternehmen im Sinne seines Vaters fortführen wird (wenn auch womöglich ökonomische Themen an Prominenz gewinnen werden). Aufmachung und Design haben sich bewährt, auch hier wird es keine nennenswerten Änderungen geben. Aber vermutlich wird sich das Programm weiter diversifizieren. Nach Kunst, Musik und Philosophie werden vielleicht bald andere Segmente angegangen werden (womöglich ökonomische Themen?). Meines Erachtens dürfte das Segment ›Biographie‹ einen eigenen ›Reiter‹ erhalten, ebenso wie die ›Wissenschaftsgeschichte‹, neben den Kategorien Geschichte, Alte Geschichte, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Neueste Zeit, Philosophie & Kunst, Naturwissenschaften & Technik, Psychologie & Medizin, Literatur & Sprache, Länder- & Nationalgeschichte sowie Politik. Vielleicht ließe sich die ›Politik‹ ergänzen um ›Ökonomie‹. Und so schön die bunten Farben der Reihe ja sein mögen, im Hinblick auf die Diversifizierung schlüge ich vor, dass jede Kategorie eine Farbe zur schnelleren Identifikation erhält (etwa Weiß für Kunst & Philosophie, Tannengrün für Naturwissenschaften & Technik, Kadmiumgelb für Psychologie & Medizin, Rotviolett für Literatur & Sprache, Schwarz für für Allgemeine Geschichte, Hellblau für Antike, Mittelblau für Mittelalter, Dunkelblau für (Frühe) Neuzeit, Dunkelrot für Biographie und Hellrot für Wissenschaftsgeschichte, schließlich Orange für Politik & Ökonomie11). Zudem plädiere ich dafür, dass alle Autoren zukünftig die wissenschaftlichen Gepflogenheiten des jeweiligen Fachs beachten sollten, um allen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auch wenn dann der Standard-Umfang eines jeden Buchs auf 144 Seiten ansteigen sollte, zumindest bestünde dann kein Zweifel mehr am wissenschaftlichen Anspruch im Hinblick auf die Formalien.

So oder so: Mit Freude erwarte ich die nächsten 20 Jahre ›Beck-Wissen‹!

PDF: Die ‚Epitomisierung des Wissens‘ – 20 Jahre ‚Beck-Wissen‘

1 Stefan Rebenich, C.H.Beck 1763-2013. Der kulturwissenschaftliche Verlag und seine Geschichte, München 2013, S. 715.

2 Marie-Luise Recker, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, München 32009.

3 Barbara Stollberg-Rilinger, Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Vom Ende des Mittelalters bis 1806, München 52013.

4 Vgl. etwa Jürgen Osterhammel/Jan C. Jansen, Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen, München 72012; Jürgen Osterhammel/Niels P. Petersson, Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen, München 52012; Jürgen Kocka, Geschichte des Kapitalismus, München 22014.

5 Vgl. etwa Volker Berghahn, Der Erste Weltkrieg, München 52014; Wolfram Siemann, Metternich. Staatsmann zwischen Restauration und Moderne, München 2010; Georg Schmidt, Der Dreißigjährige Krieg, München 82010; Hans-Ulrich Wehler, Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen, München 42011.

6 Vgl. Peter Blickle, Der Bauernkrieg. Die Revolution des Gemeinen Mannes, München 42012.

7 S. Fn. 5.

8 S. Fn. 5.

9 Steffen Patzold, Das Lehnswesen, München 2012.

10 S. Fn. 4.

11 Das ist ein bloßer Vorschlag nach subjektiven Vorlieben – wie auch immer man die Farben zuteilt, am besten nach Kategorie und nicht ›willkürlich‹, wie es mir im Moment scheint.

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C.H.Beck; 112 Seiten, 51 Abbildungen, Bildlegenden; ISBN 978 3 406 67511 9 und 978 3 406 67812 7

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Zugleich soll hier der Jubiläumsband ›Die 101 wichtigsten Personen der Deutschen Geschichte‹ besprochen werden, den der Heidelberger Zeitgeschichtsprofessor Edgar Wolfrum und dessen Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stefan Westermann, beigesteuert haben.

Das zentrale Problem bei diesem Unterfangen benennen die Autoren im Vorwort: Was ist ›Deutsche Geschichte‹ und wann beginnt sie und welche Personen sind »die wichtigsten«? Hier sind zwei Varianten denkbar: ein Verständnis im engeren und im weiteren Sinn: Im engeren Sinn kann man unter diesen abzubildenden Personen in ›Deutschland‹ geborene Personen verstehen, die signifikanten Einfluss auf die historische Entwicklung des ›Deutschen Nationalstaats‹ nahmen – also Personen, die ab 1871 auf den damals dem zweiten Reich zugehörigen Gebieten geboren wurden. Oder man legt ein weiteres Verständnis zugrunde, das weder vor Nationalitätsangehörigkeit noch vor zeitlichen Grenzen Halt macht.

Wolfrum und Westermann entschieden sich für ein weiteres Verständnis1 – was im Hinblick auf deren Forschungs- und Tätigkeitsschwerpunkte überraschen mag. Ausgewählt wurden Personen (und Symbole), die nach der Auffassung der Autoren eine »einschneidende oder nachhaltige Rolle«2 in der Deutschen Geschichte spielten – im Guten wie im Schlechten. Leider wird diese Rolle nicht bei allen Personen deutlich gemacht.

Jede Person – manchmal auch Personenpaare – wird auf einer Druckseite dargestellt. Oft sind Abbildungen enthalten, auch in Farbe. Am Ende jeder Personenvorstellung finden sich Literaturangaben – leider nicht immer in aktueller Auflage.3 Stets wird versucht die historische Bedeutung der jeweiligen Person deutlich zu machen, weniger die Biographie der vorgestellten Person, aber auch das gelingt nicht immer. Warum etwa Steffi Graf4 herausragende Bedeutung für die Deutsche Geschichte haben soll, wird in dem Einseitentext nicht klar. Ähnlich schleierhaft bleibt es bei Wilhelm II.:5 Hier findet sich der widersprüchliche Satz: »Wilhelm ist eine Schlüsselfigur deutscher Geschichte auf dem Weg von Bismarck zu Hitler, doch die wahre Machtelite des Kaiserreichs bildeten Personen aus dem Generalstab, den wirtschaftlichen Interessenverbänden und den nationalistischen Agitationsvereinen.«6 Wie kann er eine »Schlüsselfigur« gewesen sein, obwohl die »wahre Macht« bei anderen lag? Wo lag denn Steffi Grafs Macht? Warum ist zwar Helmut Kohl,7 nicht aber Helmut Schmidt aufgenommen? Sie leben beide noch, und auch Helmut Schmidt nahm als Kanzler mit ›Nato-Doppelbeschluss‹ und RAF-Auseinandersetzungen erheblichen Einfluss auf die Deutsche Geschichte, wenn auch vielleicht weniger stark als Helmut Kohl.

Auch wenn die Darstellung nicht immer gelungen sein mag: Interessanter ist doch die Auswahl der Personen. Wenn man von einem weiten Verständnis des Themas ausgeht, warum werden dann Personen nicht aufgeführt, die erheblichen Einfluss auf die ›Deutsche Geschichte‹ hatten und haben: Napoleon als ›Vollstrecker der Revolution‹ nahm erheblichen Einfluss auf diese Geschichte, was Verwaltung, Kodifikation und Staatsgebiet anging. Dass er nicht aufgenommen ist kann jedenfalls nicht damit zu tun haben, dass er kein ›Deutscher‹ war – das waren Tacitus8 und Rosa Luxemburg9 auch nicht.

Überzeugender wäre es gewesen, den Radius zeitlich (und räumlich) enger zu ziehen und nur Personen vorzustellen, die erheblichen Einfluss auf das Staatsgebilde genommen haben und nehmen, das sich 1871 unter Bismarck gründete. Sicher, auch dann hätte man andere Personen für wichtiger befinden und über die Auswahl streiten können – aber die Eingrenzung hätte womöglich manche ›Rechtfertigung‹ erspart.

Gleichviel ist – zumal bei einem Buchpreis von 5,- € – ein Jubiläumsband mit Schwerpunkt ›Deutsche Geschichte‹ gelungen, der zumindest für Diskussionen um das Verständnis von ›Deutscher Geschichte‹ führen sollte. Dazu bietet der Band allen einen fundierten Einblick in das Leben von Personen, die – und das ist unbestreitbar – eine nachhaltige oder dauerhafte Wirkung auf die Geschichte dieses Landes hatten bzw. haben – ob als Kultur-, Staats- oder geographische Nation verstanden.

1 Edgar Wolfrum/Stefan Westermann, Die 101 wichtigsten Personen der Deutschen Geschichte, München 2015, S. 7.

2 Ebd., S. 7.

3 Ebd., etwa S. 27 zu Wallenstein: Es wird die 7. Auflage von Georg Schmidts ›Der Dreißigjährige Krieg‹ angegeben – obwohl schon 2010 eine 8. Auflage erschien.

4 Ebd., S. 109.

5 Ebd., S. 68.

6 Ebd., S. 68.

7 Ebd., S. 103.

8 Ebd., S. 10.

9 Ebd., S. 73.